Die Republik Venedig hat in ihrer tausendjährigen Geschichte ein vielseitiges Erbe hinterlassen.

Die auffälligste Hinterlassenschaft ist zweifelsohne die sogenannte Venetische Villenkultur, die Synonym für Mikrogeschichten von Familien und Gemeinden und für ein künstlerisches Erbe aus Kunstwerken ist, die Ausdruck vieler Architekten, Maler und Bildhauer sind.

Im 18. Jh. ließ der venezianische Adel das Durcheinander der Lagune von Venedig hinter sich und kam mit seinen Booten an die Riviera del Brenta, wo er die ruhigen Gewässer des gleichnamigen Flusses durchpflog: Hier fand er erfrischende Kühle und Erholung in Landvillen, die seines Ranges würdig und so gebaut waren, dass ihnen rein gar nichts von den Annehmlichkeiten der Stadt fehlte. Denn in jener Zeit war die Sommerfrische eine wahre Leidenschaft. Das kann man den Seiten der „Trilogie der Sommerfrische“ des Venezianers Goldoni entnehmen: ein amüsantes Portrait des Brauches dieser Urlaubsmode mit amourösen Verwicklungen, fieberhaften Vorbereitungen vor der Abreise und lächerliche Extravaganzen, die von der Stadt aufs Land gebracht wurden. Eine Leidenschaft, die uns ein Erbe von 4.238 Villen hinterlassen hat, die heute für Touristen hochinteressante Ausflugsziele sind; ein ausgedehntes Museum, das von einer reichen und prunkvollen Vergangenheit zeugt. Über 200 Villen können anhand verschiedener Routen, die auch die Wasserwege umfassen, besichtigt werden.

Die Wasserwege und die Flussschifffahrt.

Die Venetische Villenkultur kann man auch bei einer Bootsfahrt entlang den Flüssen bestaunen, die eindrucksvolle und aufgrund ihrer Natur, Geschichte und Kultur einzigartige Wasserläufe sind. So kann man die ruhigen Gewässer der Flüsse Bacchiglione und Brenta hinauffahren oder die südliche Lagune von Venedig und ihre Fischzuchtgebiete durchpflügen.

Die Schifffahrt auf dem Bacchiglione steht im Zeichen der Natur und eines besonderen Charmes: An Bord gehen Sie in Bovolenta oder Pontelongo. Von dort geht es durch das Grün der Dämme, die weitläufige trockengelegte Ebene und die Schleuse von Brondolo bis nach Chioggia, an Pellestrina vorbei und eventuell weiter nach Venedig oder zur Riviera del Brenta. Es handelt sich um eine Route, auf der der Reisende die in diesen Gebieten in den letzten Jahrhunderten durchgeführten Trockenlegungsarbeiten bewundern kann: Antike Wassersaugpumpen und wahre Meisterwerke der hydraulischen Ingenieurskunst sind noch heute entlang der Route sichtbar und können besichtigt werden.

Wunderschön ist eine Bootsfahrt entlang der Riviera del Brenta, wenn man auf den Strecken der antiken venezianischen „Burchielli“ genannten Boote des 18. Jh. bis nach Mira oder sogar bis nach Padua fährt, wenn man sich für den Ganztagesausflug entscheidet. Der Reisende wird fasziniert sein von den neun Drehbrücken von Mira, den Schleusen, die wahre Wasseraufzüge sind und die ermöglichen, die unterschiedlichen Wasserhöhen zu überwinden, von den antiken und prachtvollen Villen, welche die stillen Flussufer zieren und von den zauberhaften Trauerweiden, die sich im Wasser widerspiegeln. Eine spannende Reise, auf der Sie während der Bootsfahrt auf dem Fluss Brenta die Geschichte, Kultur und Kunst der Republik Venedig kennenlernen.

Informationen unter:
www.rivieradelbrenta-navigazione.it
www.villevenete.it
www.irvv.net

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